Über mich

 

Joachim Anlauf wurde 1967 in Bielefeld geboren. Seine Schulzeit absolvierte der Diplom-Volkswirt und Medienmanager (VWA) in Minden. Nach seinem Studium in Osnabrück und Berufsstart in Herford trat er 1996 in Dresden in die Dienste des Freistaates Sachsen ein. Das Zusammenspiel zwischen Politik, Verwaltung und Medien konnte er in seinen beruflichen Tätigkeiten als Pressesprecher der Polizei Sachsen, im Sächsischen Staatsministerium des Innern, in der Sächsischen Staatskanzlei und der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag sowie in der Landesdirektion Sachsen, Dienststelle Leipzig, als Referent für Haushaltsrecht sowie für Raumordnung und Stadtentwicklung unmittelbar erleben.

 

Joachim Anlauf lebt mit seiner Frau seit 2008 in Leipzig, der Geburtsstadt seiner Mutter.

 

Sein Romandebüt „Völkers Schlacht“ wurde 2012 mit dem Publikumspreis des Leipziger Krimipreises ausgezeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezension aus der Leipziger Volkszeitung vom 25. Juli 2013

 

Stadt des Gemetzels
Das Romandebüt "Völkers Schlacht" des in Leipzig lebenden Autors Joachim Anlauf

 

Es war seine erste öffentliche Lesung, als Joachim Anlauf im November an der Finalrunde des ersten Leipziger Krimipreises teilnahm. Auf Anhieb gewann er den Publikumspreis für ein Manuskript, das jetzt als Buch erschienen ist. Im Politkrimi "Völkers Schlacht", der in Leipzig spielt, geht es keineswegs um die Völkerschlacht, sondern um Macht, Verrat und Intrigen im Rathaus.
 

Von Janina Fleischer

Hotel Fürstenhof, Restaurant "Falco", Einheitsdenkmal - Leipzig ist klar zu erkennen in Joachim Anlaufs Debüt. Muss es auch, denn das war die einzige Teilnahme-Bedingung beim Leipziger Krimipreis: Die Handlung muss hier angesiedelt sein. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen aber seien nicht beabsichtigt und wären rein zufällig, sichert sich der Autor ab. Dass es sie dennoch gibt, macht den Reiz dieses Buches aus.

Es ist Wahlkampf in Leipzig, ein neuer Oberbürgermeister wird gewählt. Und Prof. Dr. Claus-Friedrich Gordenthal (CDU) kann dem Amtsinhaber Clemens Völker (SPD) nicht das Wasser reichen. Der Politikwissenschaftler an der Universität St. Gallen, Urenkel des Bruders eines früheren Leipziger Oberbürgermeisters, ist eben eher Theoretiker. "Einen Praxistest hatte Gordenthal seinen Überzeugungen noch
nicht zugemutet." Doch eine Wiederwahl Völkers soll, muss verhindert werden, weil der Triumph ihn zum aussichtsreichen Kandidaten für die Landtagswahl 2014 machen würde.

Das fürchtet zumindest Henning Sieveking alias Capitano, Chef der Senator-Marketing-Agentur, die den Gesamtauftritt der CDU Deutschland organisiert. Weshalb er auf seinem Hausboot in Hamburg schon mal eine SMS "von Mutti" aus dem Bundeskanzleramt erhält. Um Völker auszubremsen, wird Michael Lenk engagiert, PR- und Wahlkampfberater im unfreiwilligen Vorruhestand. Er soll ein "negative campaigning" auf die Beine stellen, wobei der Zweck die Mittel heiligt. "Lenk war sich nicht sicher,wer mehr den Kurs der CDU oder der Bundesrepublik bestimmte: Der Capitano oder die Bundeskanzlerin?" Aber mit Schlagzeilen kennt er sich aus.
 

Kapitel für Kapitel stellt der Autor zunächst die Protagonisten vor. Michael Lenk hat früher als Journalist gearbeitet, bevor er die Seiten wechselte, um Ministerien, Parteizentralen und Agenturen zu beraten. "Wenn andere den Degen als Waffe wählten, zog er allemal das Florett vor." Nur vor den neuen Medien musste er die Waffen strecken.

Um in inoffizieller Mission Völker zu Fall oder zumindest ins Straucheln zu bringen, engagiert er den ebenfalls nicht überbeschäftigten Schauspieler Alexander Sewing, der dem OBM verblüffend ähnlich sieht. Der Doppelgänger soll sich kräftig daneben benehmen, die Medien werden gern über Pleiten, Pech und Pannen berichten. Diesen Plan umzusetzen, bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung, kleinerer Indiskretionen und guter Kontakte. Und eines Stadtrats, der Politik in erster Linie inszeniert. So gelingt es, "Zweifel an Völker zu säen. Zweifel an dessen Zuverlässigkeit, an dessen Programmtreue, an dessen Charakter und an dessen Verstand." Doch hat Lenk nicht damit gerechnet,dass Doppelgänger Sewing eigene Vorstellungen von seiner Rolle entwickelt.

Kriminell ist hier vielleicht die eine oder andere Methode, an Informationen zu kommen und Mehrheiten im Stadtrat zu gewinnen, ein handfestes Verbrechen aber gibt es nicht. So braucht Joachim Anlauf auch keinen Kommissar ins Spiel zu bringen. Der OBM ermittelt selbst. Im Kern geht es um Lokalpolitik und um die Frage: Wem kann man noch trauen?

Die mehr oder weniger fiktiven Figuren agieren in authentischer Kulisse - jedes Restaurant, (fast) jeder Straßename stimmt, und die Lokalzeitung heißt LVZ.Gerade weil der Autor es mit Umfeld und historischen Exkursen sehr genau nimmt, fallen kleine Ungenauigkeiten auf: So verpflanzt er das Dresdner Theater Junge Generation an den Lindenauer Markt. Joachim Anlauf, 1967 in Bielefeld geboren, ist Diplom-Volkswirt und Medienmanager, war Pressesprecher der Polizei Sachsen, hat im Sächsischen Staatministerium des Innern, in der Staatskanzlei und in der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag gearbeitet. Seit 2008 wohnt er in Leipzig, ist Referent für Raumordnung und Stadtentwicklung der Landesdirektion Sachsen. Ihm gelingen vergnügliche Seitenhiebe auf den Betrieb, nicht ohne Genuss breitet er die Sprache der Verschleierung und des Nichtssagens aus, karikiert als auktorialer Erzähler Amtsmüdigkeit und Albernheiten planloser Wahlkampfstrategen.

Die im Titel suggerierte Völkerschlacht wird nur kurz erwähnt. "Völkers Schlacht" in der Stadt des Gemetzels bleibt harmlos, politisch zu korrekt und endet versöhnlich. Weil sich beim Leipziger Leser zu fiktiven Namen vertraute Bilder einstellen, hatte Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU), Schirmherr des Krimipreises, bem Finale im November sichtlich Spaß. Sein Fazit damals: "Traue keinem OBM, es könnte der falsche sein." Es war vor der Wahl.

 

Westfalen-Blatt vom 25. Juli 2013

 

Polit-Krimi um Völkers Schlacht

Joachim Anlauf stammt aus Bielefeld

 

B i e l e f e l d (bp). Joachim Anlauf kennt die Mechanismen der politischen Macht und weiß, wie die deutsche Bürokratie arbeitet. Beste Voraussetzungen, um einen Polit-Krimi zu schreiben. Der heißt »VölkersSchlacht« und ist passend erschienen zum Doppeljubiläum 200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig und 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.

 

Von Burgit Hörttrich

 

Joachim Anlauf lebt seit 2008 in Leipzig, der Heimatstadt seiner Mutter. Geboren und aufgewachsen ist Anlauf aber in Bielefeld. Sein Vater Walter war bis 1972 Leiter der Kriminalpolizei Bielefeld-Land mit Dienstsitz in Brackwede.

 

Joachim Anlauf, inzwischen 46, machte sein Abitur in Minden – dorthin war sein Vater versetzt worden – und studierte in Osnabrück Volkswirtschaft und Wirtschaftsgeografie. Er machte Praktika beim WESTFALEN-BLATT in Bielefeld und beim Bayerischen Fernsehen, engagierte sich schon während seines Studiums politisch: Joachim Anlauf war Landesvorsitzender des RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten) in Niedersachsen, Jahre später dann Ortsverbandsvorsitzender der CDU in Dresden-Neustadt. Beruflich tätig war er unter anderem als Sprecher der Polizei Sachsen, in der Sächsischen Staatskanzlei und der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Heute arbeitet Anlauf als Referent für Raumordnung und Stadtentwicklung in Leipzig.

 

Dass er einen Krimi geschrieben habe, sei eigentlich Zufall gewesen, erzählt er. Er habe die Ausschreibung zum Wettbewerb um den Leipziger Krimipreis gelesen. »Da war es schon April und Einsendeschluss war am 31. Juli 2012«, erinnert sich Anlauf. Er habe wissen wollen, ob es ihm gelinge, eine »Geschichte rund zu bekommen« und habe dafür seinen Urlaub in Sizilien »vor allem schreibend am Laptop verbracht«. Lohn der Mühe: Joachim Anlauf und sein Manuskript »Völkers Schlacht« wurden für die Finalrunde mit nur noch fünf Teilnehmern eingeladen, und er wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Allerdings, erzählt er, habe er sich anschließend selbst nach einem Verlag umschauen müssen. Den habe er dann mit dem Niemeyer Verlag Hameln gefunden. Anlauf: »Ich habe das Buch noch um 35 Seiten verlängert, an den Dialogen gefeilt. « Inzwischen, verrät er, arbeite er bereits an einer Fortsetzung. Und versuche, dabei auch dem Wunsch des Verlages nachzukommen: »Ich soll einen Kommissar einführen.«

 

Denn in »Völkers Schlacht« löst Oberbürgermeister Clemens Völker selbst den Fall, der seine politische Karriere scheitern lassen soll. Ein Leipzig-Krimi, der aber auch in jeder anderen Großstadt zu Kommunalwahlzeiten spielen könnte.

(»Völkers Schlacht«, Niemeyer Verlag Hameln, 9,95 Euro).